Nach zwei Jahren Zwangspause steht das Freibad Bad Iburg vor seiner Wiedereröffnung. Was einst unmöglich schien, wird durch außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement Wirklichkeit:
Ein von Bürgern für Bürger betriebenes Bad. Birgit Stegemann, zweite Vorsitzende des Fördervereins Freibad Iburg, ist der Dreh- und Angelpunkt in diesem ambitionierten Projekt. Im Stadtgespräch berichtet sie über Dauerkarten-zahlen, engagierte Helferteams und die Vorbereitungen auf den Badesaisonstart am 15. Mai.

Frau Stegemann, wie viele Dauerkarten sind für die kommende Freibadsaison bisher verkauft worden?

Wir haben bereits 279 Dauerkarten verkauft, und das, obwohl sie erst seit Ende November im Umlauf sind. In der Vergangenheit lagen die Zahlen nur im zweistelligen Bereich. Das zeigt, wie groß die Sehnsucht nach dem Freibad ist.

Worauf führen Sie diesen großen Zuspruch zurück?

Ganz klar: Die Menschen mussten zwei Jahre auf ihr Freibad verzichten.
Diese Vorfreude, endlich wieder hier schwimmen zu können, ist einfach riesig.

Was ist das Besondere an
diesem Freibad-Projekt?

Es ist die größte Änderung überhaupt: Es wird kein kommerziell betriebenes Bad, sondern ein Bürgerbad. Das heißt, es wird von Bürgern für Bürger betrieben. Das erklärt wahrscheinlich auch dieses große ehrenamtliche Engagement. Jeder hat das Gefühl, einen Beitrag leisten zu können.

Wann öffnet das Freibad
seine Pforten?

Am 30. Mai findet die große Eröffnungsfeier statt. Das Eröffnungswochenende ist für alle da. Jeder ist willkommen und der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird eine große Herausforderung. Wir brauchen dann ganz viele Helfer und Mitarbeiter.

Sind Sie optimistisch, dass das alles klappt?

Auf jeden Fall. Die Aussichten sind sehr gut. Wir haben das im Vorfeld schon abgefragt, ob wir genug Helfer haben. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir den Freibadvertrag nicht unterschreiben können. Es gab schon im Vorfeld eine riesengroße Resonanz. Und das Schöne ist: Es kommen immer
noch mehr Helfer dazu. Es ist dieser Schneeball-Effekt „Helfer suchen Helfer“. Mit dieser Manpower kriegen wir das hin.

Stichwort Helfer: Wie viele Menschen unterstützen das Projekt mittlerweile?

Wir haben eine WhatsApp-Helfergruppe mit knapp 120 Helfern, dazu kommen noch weitere, die per E-Mail oder telefonisch Kontakt halten. Für unser Helfertreffen am 24. Januar haben sich schon 80 Personen angemeldet.

Was passiert bei diesem Helfertreffen?

Wir starten mit einem großen Gruppenfoto aller Helfer. Dann fotografieren wir die einzelnen Teams. Anschließend gehen wir ins Schützenhaus und stellen dort die einzelnen Teams vor, die für die Bereiche Kasse, Kiosk, Handwerker, Garten, Marketing, Veranstaltungen zuständig sein werden. Übrigens: Jeder ist eingeladen, auch wer nicht im Förderverein ist.

Wie organisiert sich die Arbeit der verschiedenen Teams?

Das ist unterschiedlich. Das Team Gartenpflege hatte Winterpause. Aber bald geht es wieder los zum Beispiel Äste zu schneiden, Unkraut jäten oder Rasen mähen. Dazu gehört auch die Neuverlegung der Terrasse hier, damit es keine Stolperfallen gibt. Die Handwerker treffen sich eher fallweise und waren den ganzen Winter sehr aktiv. Wir haben Dachdecker, Tischler, Maler, aber auch viele Leute, die einfach anpacken wollen. Es gibt genug Fachleute, die den anderen Helfern sagen können, was getan werden muss.

Welche Aufgaben sind jetzt am wichtigsten?

Es läuft ganz vieles parallel. Am wichtigsten ist vielleicht, dass wir gerade auf der Zielgerade sind bei der Suche nach einer Bäderfachkraft. Wahrscheinlich bekommen wir eine Bademeisterin und eine Bäderfachkraft. Das hat uns sehr gefreut, weil Fachkräfte ja Mangelware sind. Das ist wirklich außergewöhnlich.

Sie haben auch eine neue Heizung versprochen.

Genau. Die Heizung ist beauftragt, sodass wir die versprochenen 24 Grad halten können. Die Gasleitung liegt schon. Es kann also quasi losgehen.

Woher kommen die Firmen und Handwerker, die Sie unterstützen?

Regionale Unternehmen werden natürlich zuerst angesprochen und ganz viele unterstützen uns. Sie kommen uns auch mit den Preisen entgegen. Die Bäume, die hier gepflanzt wurden, sind zum Beispiel nicht berechnet worden. Das ist auch Teil des ehrenamtlichen Engagements. Nur deswegen kann so ein Bad mit einem relativ bescheidenen Zuschuss von der Stadt betrieben werden, für den wir natürlich sehr dankbar sind.

Wie ist das Echo bei den Bad Iburger Institutionen, etwa den Schulen?

Alle Schulen wurden angeschrieben. Die erste Rückmeldung kam vom Gymnasium Bad Iburg. Die möchte einen kompletten Jahrgang vor und nach den Ferien zum Schwimmunterricht schicken. Jeden Tag kommt dann eine Klasse. Angedacht sind auch Schulabschluss-feiern oder Jahresabschlussfeiern von den Schulen hier.